Geräusch als Farbe / Noise as Colour (english text below)

Untersuchung / Konzert / Installation / Research / Concert / Installation

Zivilisation
Rezeption, Perzeption und Apperzeption- sind die drei Stufen der Wahrnehmung, wie sie Gottfried Wilhelm Leibniz im 17. Jhd in seiner Monadologie festhielt. Die Apperzeption gilt dabei als die Stufe der Wahrnehmung, die das sinnlich Erfahrene ins Bewusstsein erhebt und in einen Zusammenhang setzt, aus dem die Entscheidung zu einer Handlung folgen kann.
Anna Schimkat hinterfragt in ihren Installationen und Objekten den vorgefundenen Raum, arbeitet an deren Wahrnehmung und konzentriert sich auf den Klang (darin). Der (zufällig) gefundene Ton der Dinge und Umgebung ist dabei Inspiration und Grundlage.
Im Rahmen der aktuellen künstlerischen Forschungsarbeit geht sie der Frage nach: Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Geräusche des Alltags als Farben sehen würden?
Ob am Fließband, in der Eisengießerei, im Schnellzug, im Krankenhaus, im Shoppingcenter oder beim Staubsaugen, die alltäglichen akustischen Phänomene, die die „Tonspur“ unseres zivilisatorischen Lebens ausbilden, unterscheiden sich zum einen in das als wertvoll erlebte Hören, etwa bei ausgewählter Musik oder Gesprächen und zum anderen in ein erzwungenes Hören derer Geräusche, die wir zumeist als störend empfinden.
Das Ohr ist unter den beiden Distanzsinnen der Nahsinn. Viele Klänge und Geräusche können geradezu körperlich erlebt werden, nicht allein mit den Ohren, sondern über die Haut und mit dem ganzen Körper. Um allen Sinnen eine gleichzeitige Erfahrung zu ermöglichen, um die Aufnahme in der Wahrnehmung der Betrachter zu intensivieren und um das Konzentrationsvermögen beim Hören zu erhöhen, wird nach dem Vorbild des Synästhetikers und Komponisten Alexander Nikolajewitsch Skrjabin (1872 – 1915, Russland) farbiges Licht Klängen zugeordnet.

Kläranlage, Automobilproduktion, Großbaustelle
Im März 2016 wurde das Brummen und Blubbern der Kläranlage in Leipzig, das Klicken der Automaten im VW-Werk in Dresden und das Getöse der Baustelle „BAB A100 – 16. Bauabschnitt: AS Neukölln bis AS Am Treptower Park“ in Berlin im „ausland“ und im „Institut für alles Mögliche“zu einer Komposition aus Geräusch, Ton und Farbe.
Die Melodie dieses Querschnittes an „zivilisatorischem“ Klangmaterial wurde im Konzert („ausland“) aufgeführt und erlebbar. Blau-Gelb-Violett-Rot-Orange mit einer Konzentration auf Rot-Violett-Orange. Tonale Eigenschaften der Geräusche, herausgehört mit Geige und Flöte dem Farbkreis von Skrjabin zugeordnet. C = Rot, Dis/Es = Violett, G = Orange, (C-Moll). In der Fassung für den Klangraum im „Institut für alles Mögliche“, Berlin wurden die Gäste eingeladen sich selber zum Resonanzkörper zu machen und in Farben auszudrücken was sie hören.
Die Konzentration auf die sonst als nebensächlich oder störend empfundenen Geräusche führt zur Resonanz im mentalen Prozess, die Wahrnehmung wird verändert.

Civilisation
Reception, perception, and apperception are the basic elements of Gottfried Wilhelm Leibnizs' Monadology, written in the 17th century. While analysing different steps of perception and consciousness, apperception is described as the state of cognition when apprehension of a sensual experience enables the conscious observer to act upon it.
In her installations and objects Anna Schimkat questions the conventional perception of the surrounding, develops new perceptional spaces and focuses on the range of sound (in it). The tonal spectrum of randomly found objects and the environment constitute the base and lead to inspiration.
In the context of the current artist-research project she works around the question: how would the world appear, if we could see the sound of our everyday life as colours?
On the assembly line, in the iron foundry, sitting in an express train, at the hospital, in a shopping centre or while vacuuming: Ordinary acoustic phenomenons are responsible for the development of the "soundtrack" of our civilised life. We consciously and unconsciously differentiate between multiple aspects of acustic sensations based on the apparent value they convey. Listening to selected music or talks, for example, contrasts with an enforced exposition to (Background) sounds/noises, which we normally blank out.

Considering the two senses of distance, hearing is the sense of nearness (as opposed to vision). It is possible to experience many sounds and noises, not only by dint of the ears, but with the skin and the whole body.
Based on the synaesthesia-idea of the composer Alexander Nikolajewitsch Skrjabin (1872 - 1915 coloured light is related to specific sounds. By combining different senses recipients can possibly intensify their spectrum of perception.
The work was shown as live-installation-concert-experiment, especially composed for an evening at "ausland", Berlin in March 2016. This performance was the result of the residency at "Institut für alles Mögliche" (February 29th until March 06th) .

Sewage treatment plant, automotive manufacture, construction site
In March 2016, the bubbling and humming of the sewage treatment plant in Leipzig, the clicking of the robots at the VW production plant in Dresden and the bluster of the construction site “BAB A100 – 16. Bauabschnitt: AS Neukölln bis AS Am Treptower Park“ in Berlin transformed into a composition of sounds, tones and colours at the galleries “ausland” and „Institut für alles Mögliche“.
The melody of this cross section of civilising sound material came to live at its performance at “ausland”. Blue-yellow-purple-red-orange, with a focus on red-purple-orange. Tonal characteristics of sounds, discerned using a violin and a recorder, were matched to Scriabin’s colour-coded circle of fifths. C=red, D#/ E?=purple, G=orange, (C minor). At the gallery “Institut für alles Mögliche”, guests were invited to be the sound box and to express what they were hearing as colours.
A focus on these sounds, which are otherwise perceived as irrelevant or disruptive, leads to a change in perception, a cognitive resonance.

The work was shown as live-installation-concert-experiment, especially composed for an evening at "ausland", Berlin in March 2016. This performance was the result of the residency at "Institut für alles Mögliche" (February 29th until March 06th) .

Geräusch als Farbe / Noise as Colour (english text below)

Untersuchung / Konzert / Installation / Research / Concert / Installation

Zivilisation
Rezeption, Perzeption und Apperzeption- sind die drei Stufen der Wahrnehmung, wie sie Gottfried Wilhelm Leibniz im 17. Jhd in seiner Monadologie festhielt. Die Apperzeption gilt dabei als die Stufe der Wahrnehmung, die das sinnlich Erfahrene ins Bewusstsein erhebt und in einen Zusammenhang setzt, aus dem die Entscheidung zu einer Handlung folgen kann.
Anna Schimkat hinterfragt in ihren Installationen und Objekten den vorgefundenen Raum, arbeitet an deren Wahrnehmung und konzentriert sich auf den Klang (darin). Der (zufällig) gefundene Ton der Dinge und Umgebung ist dabei Inspiration und Grundlage.
Im Rahmen der aktuellen künstlerischen Forschungsarbeit geht sie der Frage nach: Wie würde die Welt aussehen, wenn wir die Geräusche des Alltags als Farben sehen würden?
Ob am Fließband, in der Eisengießerei, im Schnellzug, im Krankenhaus, im Shoppingcenter oder beim Staubsaugen, die alltäglichen akustischen Phänomene, die die „Tonspur“ unseres zivilisatorischen Lebens ausbilden, unterscheiden sich zum einen in das als wertvoll erlebte Hören, etwa bei ausgewählter Musik oder Gesprächen und zum anderen in ein erzwungenes Hören derer Geräusche, die wir zumeist als störend empfinden.
Das Ohr ist unter den beiden Distanzsinnen der Nahsinn. Viele Klänge und Geräusche können geradezu körperlich erlebt werden, nicht allein mit den Ohren, sondern über die Haut und mit dem ganzen Körper. Um allen Sinnen eine gleichzeitige Erfahrung zu ermöglichen, um die Aufnahme in der Wahrnehmung der Betrachter zu intensivieren und um das Konzentrationsvermögen beim Hören zu erhöhen, wird nach dem Vorbild des Synästhetikers und Komponisten Alexander Nikolajewitsch Skrjabin (1872 – 1915, Russland) farbiges Licht Klängen zugeordnet.

Kläranlage, Automobilproduktion, Großbaustelle
Im März 2016 wurde das Brummen und Blubbern der Kläranlage in Leipzig, das Klicken der Automaten im VW-Werk in Dresden und das Getöse der Baustelle „BAB A100 – 16. Bauabschnitt: AS Neukölln bis AS Am Treptower Park“ in Berlin im „ausland“ und im „Institut für alles Mögliche“zu einer Komposition aus Geräusch, Ton und Farbe.
Die Melodie dieses Querschnittes an „zivilisatorischem“ Klangmaterial wurde im Konzert („ausland“) aufgeführt und erlebbar. Blau-Gelb-Violett-Rot-Orange mit einer Konzentration auf Rot-Violett-Orange. Tonale Eigenschaften der Geräusche, herausgehört mit Geige und Flöte dem Farbkreis von Skrjabin zugeordnet. C = Rot, Dis/Es = Violett, G = Orange, (C-Moll). In der Fassung für den Klangraum im „Institut für alles Mögliche“, Berlin wurden die Gäste eingeladen sich selber zum Resonanzkörper zu machen und in Farben auszudrücken was sie hören.
Die Konzentration auf die sonst als nebensächlich oder störend empfundenen Geräusche führt zur Resonanz im mentalen Prozess, die Wahrnehmung wird verändert.

Civilisation
Reception, perception, and apperception are the basic elements of Gottfried Wilhelm Leibnizs' Monadology, written in the 17th century. While analysing different steps of perception and consciousness, apperception is described as the state of cognition when apprehension of a sensual experience enables the conscious observer to act upon it.
In her installations and objects Anna Schimkat questions the conventional perception of the surrounding, develops new perceptional spaces and focuses on the range of sound (in it). The tonal spectrum of randomly found objects and the environment constitute the base and lead to inspiration.
In the context of the current artist-research project she works around the question: how would the world appear, if we could see the sound of our everyday life as colours?
On the assembly line, in the iron foundry, sitting in an express train, at the hospital, in a shopping centre or while vacuuming: Ordinary acoustic phenomenons are responsible for the development of the "soundtrack" of our civilised life. We consciously and unconsciously differentiate between multiple aspects of acustic sensations based on the apparent value they convey. Listening to selected music or talks, for example, contrasts with an enforced exposition to (Background) sounds/noises, which we normally blank out.

Considering the two senses of distance, hearing is the sense of nearness (as opposed to vision). It is possible to experience many sounds and noises, not only by dint of the ears, but with the skin and the whole body.
Based on the synaesthesia-idea of the composer Alexander Nikolajewitsch Skrjabin (1872 - 1915 coloured light is related to specific sounds. By combining different senses recipients can possibly intensify their spectrum of perception.
The work was shown as live-installation-concert-experiment, especially composed for an evening at "ausland", Berlin in March 2016. This performance was the result of the residency at "Institut für alles Mögliche" (February 29th until March 06th) .

Sewage treatment plant, automotive manufacture, construction site
In March 2016, the bubbling and humming of the sewage treatment plant in Leipzig, the clicking of the robots at the VW production plant in Dresden and the bluster of the construction site “BAB A100 – 16. Bauabschnitt: AS Neukölln bis AS Am Treptower Park“ in Berlin transformed into a composition of sounds, tones and colours at the galleries “ausland” and „Institut für alles Mögliche“.
The melody of this cross section of civilising sound material came to live at its performance at “ausland”. Blue-yellow-purple-red-orange, with a focus on red-purple-orange. Tonal characteristics of sounds, discerned using a violin and a recorder, were matched to Scriabin’s colour-coded circle of fifths. C=red, D#/ E?=purple, G=orange, (C minor). At the gallery “Institut für alles Mögliche”, guests were invited to be the sound box and to express what they were hearing as colours.
A focus on these sounds, which are otherwise perceived as irrelevant or disruptive, leads to a change in perception, a cognitive resonance.

The work was shown as live-installation-concert-experiment, especially composed for an evening at "ausland", Berlin in March 2016. This performance was the result of the residency at "Institut für alles Mögliche" (February 29th until March 06th) .