Ritornell

4-Kanal-Klanginstallation, Klangstück (7´11min)

Als Ritornell beschreibt man die musikalische Form des barocken Rondos. Der Refrain und die Wiederholung sind hier modifizierter Herzschlag, der Klang eines funktionellen Magnetresonanztomografen, sogenannte heilende Frequenzen und die menschliche Stimme. Die Monotonie der Quellen wird durch die Verschiebungen unterbrochen. Es entsteht ein Sog, der sich in der 4-Kanal Installation durch den Raum bewegt. Innengeräusch wird Außen (Herz), neurowissenschaftliche Vermessung wird Innen (fMRT), gebrochen ist die Stimme, subliminal wirken die „heilenden“ Frequenzen. Das Klangstück wird zur Raumerfahrung.
Eine Untersuchung der unterschiedlichen Klangstrukturen - treibend nach vorne, hinten, rechts und links gerichtet.

Dass der Raum die Wiederholung erzeugt und in Musik Raum durch Wiederholung erzeugt wird. Wiederholung ist aber gegen die Subjektivseite gerichtet, sagt einer und weiter, denn der utopische Gehalt des Subjekts ist das Nichtidentische, während das identische, das Standartisierte den standartisierten Waren der alles über einen Kamm scherenden Konsumgesellschaft entspricht. Die Repetition kann aber Pointierung der Objektseite sein. Und das Subjektive bündeln. Dann heißt es Singularität versus Wiederholung, Einmaligkeit mit Schlussstrich mit zwei Punkten. Das wiederholte Material wird fokussiert. Werden offene Texturen verwendet, wird der Fokus nicht ins transzendente abgleiten, sagt wieder einer.

Der Klang des fMRT wurde an der ETH in Zürich und dem MPI in Leipzig aufgenommen - (Danke an Lorenz und Dr. Tom Fritz)

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     Foto: Ronny Pohl