Stille Post

Raum- und 6-Kanal-Klanginstallation

Ein Satz wird per Flüstern im Kreis weitergegeben. Ob er sich im Laufe des Spieles verändert, hängt davon ab, ob der Flüsterton des Nachbarn verstanden wird. Es darf nur weitergegeben werden, was verstanden wird. Der Letzte spricht laut aus, was bei ihm angekommen ist. - So kennen wir alle das Kinderspiel „Stille Post“.

Die Installation „Stille Post“ vereint sechsstimmig den Satz „Auch hier freilich meinen wir, auf einem ganz sicheren Boden zu stehen.“. Dieser ist entnommen aus Konrad Fiedlers Buch „Philosophie der Wahrnehmung“. Die flüsternden Stimmen sind an einer klappbaren Wand zu hören. Die Lautsprecher sind in Ohrhöhe angebracht. Diese und die Höhe der Wand entsprechen Le Corbusier´s Modulormaßen. Die Breite der einzelnen Wandglieder wurde nach dem Gesetz für eine geometrisch divergierende Reihe berechnet. Damit wird über das äußere Erscheinungsbild der Klangskulptur eine harmonische Wirkung erzielt, die in ihrer mathematischen Grundlage eine Interpretation zur Steigerung zu lässt.

Keine der Stimmen wird jemals laut, die Flüsternden sprechen alle den selben Satz. Einmal im Lauf eines Zyklus von 15min ist ein anderer Satz, der der Definition über Information entnommen ist, zu hören: „Die Information verliert, sobald sie informiert hat, ihre Qualität als Information: >New is what´s different.<“

In der Version „Stille Post mit Echo“ sind an der dahinter liegenden Wand zwei Lautsprecher angebracht, welche unisono den Wortlaut wiedergeben. Zeitlich angepasst an die über die Klappwand laufenden Flüsterstimmen.